{"id":80,"date":"2014-04-24T11:56:32","date_gmt":"2014-04-24T11:56:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/?page_id=80"},"modified":"2026-02-10T09:15:13","modified_gmt":"2026-02-10T09:15:13","slug":"full-of-emptiness","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/exhibitions\/2009-2\/full-of-emptiness\/","title":{"rendered":"FULL OF EMPTINESS"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/flyer_website.jpg\" alt=\"flyer_website\" class=\"wp-image-107\" style=\"width:617px;height:auto\" title=\"flyer_website\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"alignleft size-full wp-image-107\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"alignleft size-full wp-image-107\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center alignleft size-full wp-image-107\">30.4. &#8211; 3.5. 2009<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">Dirk Bell, Michael Beutler, Agnieszka Brzezanska, Tatjana Doll, Markus Draper, Eberhard Havekost, Andreas Hofer, Renata Kaminska, Robert Kusmirowski, Joep van Liefland, Alexej Meschtschanow, Frank Nitsche, Daniel Pflumm, J\u00f3zef Robakowski, David Shrigley, Suse Weber<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_013a.jpg\" alt=\"090430_foe_013a\" class=\"wp-image-48\" title=\"090430_foe_013a\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">Dirk Bell, , J\u00f3zef Robakowski<br>\n <\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_027.jpg\" alt=\"090430_foe_027\" class=\"wp-image-59\" title=\"090430_foe_027\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">Alexej Meschtschanow, Daniel Pflumm<br>\n <\/span><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_024.jpg\" alt=\"090430_foe_024\" class=\"wp-image-58\" title=\"090430_foe_024\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Agnieszka Brzezanska, Alexej Meschtschanow<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_026.jpg\" alt=\"090430_foe_026\" class=\"wp-image-91\" title=\"090430_foe_026\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Alexej Meschtschanow, Tatjana Doll<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_020bb.jpg\" alt=\"090430_foe_020bb\" class=\"wp-image-92\" title=\"090430_foe_020bb\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Eberhard Havekost, Suse Weber<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_018.jpg\" alt=\"090430_foe_018\" class=\"wp-image-93\" title=\"090430_foe_018\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Renata Kaminska, Eberhard Havekost<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_022.jpg\" alt=\"090430_foe_022\" class=\"wp-image-94\" title=\"090430_foe_022\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Joep van Liefland, Michael Beutler, Robert Kusmirowski<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_023.jpg\" alt=\"090430_foe_023\" class=\"wp-image-95\" title=\"090430_foe_023\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><\/span><\/p>\n\n\n\n<p>Robert Kusmirowski, David Shrigley<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090430_foe_001.jpg\" alt=\"090430_foe_001\" class=\"wp-image-24\" title=\"090430_foe_001\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Spannung zwischen Voll und Soll: Full of Emptiness in der Rosa-Luxemburg-Strasse<\/p>\n\n\n\n<div>\n<p>(vonhundert 06-2009, S. 34-35)<br>\n \/\/ WAYRA SCH\u00dcBEL, BERLIN<\/p>\n<p>\u201eDie Kultur schrumpft in den Zeitungen wie die Polkappen unter dem Treibhauseffekt. Trotzdem erwartet niemand, dass das Urteil \u00fcber Kunst in die H\u00e4nde von Boulevardredakteuren geh\u00f6rt. (&#8230;) Medien fantasieren gern \u00fcber Katastrophen und Pandemien. Die gr\u00f6\u00dfte Pandemie ist aber die der stetigen Komplexit\u00e4tsreduktion.\u201c (Gerrit Gohlke, 2009).<\/p>\n<p>Eine Aussage mit der ich vollkommen einverstanden bin. Daher \u00e4rgert es mich, dass ich \u00fcber eine sehr gelungene Ausstellung nur eine einzige und zudem schnodderige Meldung zu lesen bekam. Der Autor mokiert sich darin \u00fcber einen weiblichen \u201eCurator of Emptiness\u201c. Diese bat einem franz\u00f6sischen Ausstellungsbesucher, der weit nach Ausstellungsende an einer Installation von Robert Kusmirowski von Plattenspieler- auf Radiofunktion umstellen wollte, diesen Eingriff doch zu unterlassen. Dabei beging sie den angeblichen Fehler \u201eDie Kunst ist doch nicht logisch\u201c als Begr\u00fcndung zu nennen. \u201eDieser Hammerschlag schmiedete den Franzosen und mich zu einer eisernen aufkl\u00e4rerischen Front wider den Kunstmystizismus. Wir lie\u00dfen der Armen keine Ruhe mehr. Bis die zornige Hausherrin den scharfsinnigen Franzosen der Ausstellung verwies. Ich ging mit, nackt und zufrieden.\u201c<br>\n (taz, 02.05.2009)<\/p>\n<p>Ich sehe keinen Fehler darin, Transzendenz der Transparenz, dem Spielraum bekleideter Sinnlichkeit der nackten Unmittelbarkeit den Vorzug zu geben. Ebenso den Blick lieber auf die Komplexit\u00e4t einer gelungenen Ausstellung zu lenken, als nach einem Sensati\u00f6nchen zu gieren. Was das Werk des \u201aF\u00e4lschers von Lublin\u2018 (Robert Kusmirowski) angeht: Sp\u00e4testens Anfang September wird seine Pr\u00e4sentation im Hamburger Bahnhof \u2013 Museum f\u00fcr Gegenwart Stoff f\u00fcr eine fundierte Besprechung dieses bemerkenswerten K\u00fcnstlers liefern. Hier geht es jedoch um die Ende April gezeigte Ausstellung \u201eFull of Emptiness\u201c. Mag sein, dass mich der Dualismus der Begriffe F\u00fclle und Leere als Sinologin besonders fasziniert. Beide Begriffe werden in China nicht absolut, sondern als voneinander abh\u00e4ngig verstanden, gleichsam als Bipolarit\u00e4t einer Einheit. In diesem Sinne waren meine im Vorfeld gestellten Erwartungen bei weitem \u00fcbertroffen worden, die Konzeption war bis ins letzte Detail stimmig ohne auch nur ansatzweise zu verkrampfen. Wenn man die gro\u00dfz\u00fcgigen R\u00e4umlichkeiten der 240 m2 gro\u00dfen ehemaligen Zahnarztpraxis betrat, dann t\u00f6nte aus einer Klappe \u00fcber der Eingangt\u00fcr der titelstiftende Klang von Donna Summer\u2019s Song \u201eFull of Emptiness\u201c (1992). Anstelle von Pressetexten oder K\u00fcnstlerkatalogen konnte man sich einen Grundriss der Wohnung nehmen, der \u00fcber die Positionierung der Werke Auskunft gab. Auch wenn die ausstellenden K\u00fcnstler: Dirk Bell, Michael Beutler, Agnieszka Brzezanska, Tatjana Doll, Markus Draper, Eberhard Havekost, Andreas Hofer, Renata Kaminska, Robert Kusmirowski, Joep van Liefland, Alexej Meschtschanow, Frank Nitsche, Daniel Pflumm, J\u00f3zef Robakowski, David Shrigley, Suse Weber an diesem Wochenende zum Teil in anderen Zusammenh\u00e4ngen des Berliner Gallery Weekends zu sehen waren: Hier haben sie alle unter dem Engagement der Kuratoren Renata Kaminska und Markus Draper ein luzides Statement gesetzt, zur allseits besprochenen sinnstiftenden Rolle, die Kunst in einer Zeit br\u00f6ckelnder gesellschaftlicher Strukturen zu geben vermag. Bei jeder der 20 Arbeiten lag der Bezug zum Titel nahe, selten waren so heterogene k\u00fcnstlerische Ans\u00e4tze so homogen umgesetzt worden. Ebenso unterlag scheinbar jede der sieben \u201aAusstellungskabinen\u2018 einem eigenen inneren Konzept, von denen hier nur zwei besprochen werden. In einer dieser sieben usstellungssituationen ist eine \u00fcber dimensionierte Arbeit von Tatjana Doll zu sehen \u2013 das Piktogramm einer als \u201eSterngucker\u201c (2009) betitelten Figur, die den Umriss einer fernrohrschauenden Gestalt darstellt. Ohne auf den Werktitel zu schauen, h\u00e4tte das Motiv statt eines Fernrohrs auch als auf dem Kopf stehende Flasche gedeutet werden k\u00f6nnen, statt eines Sternguckers h\u00e4tte die Figur auch ein Trinker sein k\u00f6nnen. Der Arbeit gegen\u00fcber l\u00e4uft eine Videoarbeit von Agniezka Brzezanska (\u201aArtemisia\u2018, 2002\/2007), ein skandinavischer Softporno, aus denen sie die Sexszenen entfernt hat. An sich nicht spektakul\u00e4r. Pikant daran ist vielmehr, dass sie eine biografische Szene der titelgebenden Figur \u2013 Artemisia Gentileschi \u2013 aus dem 17. Jahrhundert aufgreift und ver\u00e4ndert nachstellt. Was bei Gentileschi, die als erste Kunstmalerin anerkannte Frau, die Verurteilung des Lehrmeisters Agostino Tassi, der sie sexuell missbraucht haben soll, ist, wird bei Brzezanskas Zusammenschnitt ein knapp 14min\u00fctiges Schaust\u00fcck \u00fcber eine naive Sch\u00f6nheit, die sich von ihrem Lehrmeister in die Notwendigkeit von Leidenschaft unterweisen l\u00e4sst. Brzezanska hat dabei den Mono-Originalsound gelassen, die polnische Simultan\u00fcbersetzung ist um Sekunden zeitversetzt und \u00fcber die englischen Originaldialoge gelegt. Die Schl\u00fcsselszene bildet die Zeichenstunde eines Flaschenstilllebens, dessen braves Ergebnis Artemisias Lehrer so erbost, dass er vor ihren Augen den Zeichengegenstand auf den Boden schmettert, um die junge Sch\u00f6nheit in die Heftigkeit explodierender Gef\u00fchle zu unterweisen. In den Uffizien h\u00e4ngt ein Bildnis \u201eJudith enthauptet Holofernes\u201c, das keinen Zweifel daran l\u00e4sst, dass sich die damals noch nicht mal 20j\u00e4hrige Gentileschi die extremen Abgr\u00fcnde menschlicher Gef\u00fchle bereits auf sehr intensive Weise vorstellen konnte. Nahe dem Fenster ist die Skulptur von Alexey Meschtschanow platziert \u2013 \u201eFlasche\u201c(2006), ein 1,40 m hoher gegossener, gl\u00e4nzender, grafitdunkler Stahl. Auf mich hat es die Wirkung, als h\u00e4tte sich der Bestandteil eines komplexen R\u00f6hrensystems verselbst\u00e4ndigt und sei zum Individuum transformiert. Seine schlanke Form mit den h\u00e4ngenden Schultern und dem gekr\u00fcmmten Flaschenhals, der wie ein Insektenr\u00fcssel anmutet, hinterlassen jedoch eine Ahnung, als sei er dieser Rolle der eigenst\u00e4ndigen Gestalt nicht gewachsen, trotz der Schwere und des Glanzes seiner Beschaffenheit. Die H\u00f6he des K\u00f6rpers l\u00e4dt geradezu ein, sich zum Flaschenhals hinabzubeugen, um durch die tiefschwarze Innenlackierung der schmalen Halskr\u00fcmmung festzustellen, dass er im Inneren noch geheimnisvoller als an seiner Oberfl\u00e4che ist. Der direkte Dialog mit der Arbeit Tatjana Dolls ist hergestellt, beide Arbeiten benutzen ein Gef\u00e4\u00df als begrenzende Umrissh\u00fclle, durch die Erkenntnis kanalisierbar scheint. In beiden Arbeiten wird durch das rohrf\u00f6rmige Beh\u00e4ltnis ein Durchblick Nahe gelegt, ob dieser mehr dem Firmament oder dem Abgrund zugeneigt ist, bleibt offen. W\u00e4hrend die barocke \u00dcppigkeit des Filmes von Brzezanska diesen Dialog w\u00f6rtlich zerschmettert, ist die Koexistenz der drei Positionen friedlich und voller Spannung. Zwei Zimmer weiter: Das einzige Fenster ist mit unterschiedlichen Fragmenten schwarzer Folie beklebt (\u201eStress Fenster\u201c, 2009), was bei Tageslicht ein abstrahiertes Schwarzwei\u00dfszenario splitternder Dynamik, dessen Strahlkraft abh\u00e4ngig von den \u00e4u\u00dferen Lichtverh\u00e4ltnissen ist. Das ungest\u00fcm zerst\u00f6rerische Element wird intensiviert durch die am Boden der Fensterarbeit laufende Videoarbeit, ebenfalls von Markus Draper (\u201eBodenlos\u201c, 2008), die jedoch unabh\u00e4ngig voneinander konzipiert sind. Die Videoarbeit zeigt ein blasses Ensemble krachender Bretter und Balken, die um eine dunkle \u00d6ffnung herum ausgelegt sind, mal beschleunigt, mal verlangsamt abgespielt. Dennoch \u00fcberwiegt die ged\u00e4mpft sakrale Atmosph\u00e4re, die von der Fensterarbeit ausgeht. Durch das kontrollierte, durch Sichtbarrieren verursachte Ausklammern der Au\u00dfenwelt ausgel\u00f6st. Es verleitet mich zu einer kircheneigenen Bereitschaft zur Einkehr. Andreas Hofer hat sein Werk direkt auf die Wand geschaffen: \u201eSmall riddler room for art assholes\u201c (2009). Zu sehen ist eine mit Bleistift gezogene rahmende Wellenlinie um eine Legion von acht unterschiedlich gro\u00dfen, fliegenden schwarzen Fragezeichen herum, die vertikal umklammert werden von mit Bleistift schraffierten W\u00f6rtern, darunter der Werktitel. Demgegen\u00fcber eine einfache DIN A3 Seite, leicht vergilbt mit d\u00fcnnen Farbstiften ein Gitter aus den Buchstaben f\u00fcr \u201eFREE\u201c arrangiert \u2013 eine Arbeit von Dirk Bell (\u201eCage\u201c, 2007). Ich bin die Karikatur eines \u201eart assholes\u201c, \u00fcberf\u00e4llt es mich j\u00e4h. Es gibt hier in der Tat nichts, was mein reiner Verstand aufdr\u00f6seln m\u00f6chte, nur eine r\u00e4tselhafte Empfindung von Unvollkommenheit, die sich wie eine erhabene Befreiung aus der logischen Abfolge von Deutungsoptionen anf\u00fchlt. Diese anregende, stringente, empathische und eindringliche Zusammenarbeit der K\u00fcnstler miteinander und mit dem Raum ragt vor allem durch eine unaufgeregte Konzentration auf ihre k\u00fcnstlerischen Aussagen fokussiertenten Arbeiten heraus. Ich w\u00fcnschte mir schon allein deswegen, sie h\u00e4tte eine weitl\u00e4ufigere Besprechung erfahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>BIER STATT CHAMPAGNER<br>\n (art-magzin.de, 04\/05\/2009)<br>\n Wer war schuld? Die Sonne? Oder die Krise? Das Gallery Weekend in Berlin hatte diesmal deutlich weniger Besucher als noch vor einem Jahr, als man sich in manche Galerien regelrecht hineindr\u00e4ngeln musste. Trotzdem war die Veranstaltung ein Erfolg.<br>\n \/\/ UTE THON, KITO NEDO, RALF SCHL\u00dcTER, BERLIN<br>\n Diesmal konnte man locker durch die R\u00e4ume schlendern, der gro\u00dfe Kunst-Hype der letzten Jahre scheint einer neuen N\u00fcchternheit gewichen zu sein. Unangenehm war das allerdings ganz und gar nicht: \u00dcberall sah man entspannte Gesichter, auch bei den Galeristen. Statt Champagner flie\u00dft jetzt eher Bier, in einer Galerie in der Lindenstra\u00dfe wurde sogar Whiskey ausgeschenkt: Getr\u00e4nke, die ganz gut zur neuen Lage passen. Das in letzter Zeit viel beschworene Interesse an der ernsthaften Auseinandersetzung mit Kunst \u2013 vielleicht existiert es wirklich. Dass sich das Besucherinteresse abgek\u00fchlt hatte, ist aber sicher auch dem strahlenden Fr\u00fchlingswetter zuzuschreiben: Mancher fuhr lieber ins Gr\u00fcne, als rastlos durch meist geschlossene R\u00e4ume zu tigern. Dabei gab auch au\u00dferhalb der Galerien viel Kunst zu erleben. Eine kleines, unvollst\u00e4ndiges Protokoll eines sonnigen Berliner Kunst-Wochenendes.<\/p>\n<p>Donnerstag Abend, Rosa-Luxemburg-Platz<br>\n Auch in diesem Jahr nutzten junge K\u00fcnstler, die (noch) nicht von den gro\u00dfen Galerien gezeigt werden, das Gallery Weekend f\u00fcr eigene kreative Interventionen. Eine der spannendsten konnte man in einer Etagenwohnung in der Rosa Luxemburg-Stra\u00dfe besichtigen. Markus Draper hatte K\u00fcnstlerfreunde zur Gruppenausstellung gebeten. Den Titel \u201eFull of Emptiness\u201c entlehnte er einem Donna-Summer-Song. In der Leere einer teilsanierten Bel Etage trafen ungew\u00f6hnliche K\u00fcnstlerpositionen aufeinander: Suse Webers blaues \u201eIndividuum\u201c aus PVC-Hohlkammerplatten bewacht eine braune Oberfl\u00e4chenstudie von Eberhard Havekost; Frank Nitsches Turm aus Bierdosen und Aufklebern entzieht sich der Sogwirkung eines Draper-Videos, in dem Latten und Atelierm\u00fcll von einem schwarzen Loch geschluckt und dann wieder ausgespuckt werden. Wie reizvoll das Bespielen leer stehender Wohnungen sein kann, zeigte die Teilnehmerliste mit bekannten Namen wie Andreas Hofer, Tatjana Doll, David Shrigley und Robert Kusmirowki.<\/p>\n<p>Donnerstag Abend, Martin-Gropius-Bau<br>\n Auf der Er\u00f6ffnung der nationalen Jubelschau &#8222;60 Jahre&#8220; zum Verfassungsjubil\u00e4um im Gropiusbau lobt Kai Diekmann, Chefredakteur der &#8222;Bild&#8220; die ebenfalls anwesende Kanzlerin Angela Merkel f\u00fcr ihren Einsatz um die Leihgabe des Beuys-Filzpianos in h\u00f6chsten T\u00f6nen. Merkel habe beim Nato-Gipfel Anfang April bei Nicolas Sarkozy erfolgreich f\u00fcr die Ausleihe des eigentlich als unentleihbar geltenden Exponats aus dem Pariser Centre Pompidou geworben. In der nachfolgenden Rede&#8230;<br>\n (&#8230;)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meike Jansen schaut sich in den Galerien von Berlin um<br>\n (taz, 06\/05\/2009, S. 26)<br>\n \/\/ MEIKE JANSEN, BERLIN<\/p>\n<p>Es ist schon interessant, wenn das immer ausuferndere Gallery Weekend auf die mittlerweile wieder Castorfsche Inszenierungen sprengende Dimension des politischen 1. Mais trifft. Bereits am Vorabend war zu beobachten wie Wolfgang Karl May ein an einen Maibaum erinnerndes mobiles Baumhaus inklusive Stamm vor einer Bar in Mitte errichtete. Etwas fr\u00fcher hatten sich bereits Jochen Arbeit (Einst\u00fcrzende Neubauten) und Vania Rovisco auf Einladung der Krome Gallery interpretationsschwer auf der Karl-Marx-Allee eingemauert. Selbstverst\u00e4ndlich nicht ohne Polizei, die durch die herrlich wei\u00dfen Steine angezogen wurde. Ein recht ehrliches Gef\u00fchl vermittelte &#8222;Full of Emptiness&#8220;, wof\u00fcr eine Reihe von K\u00fcnstlerInnen Leere fokussierten: Markus Drapers Video &#8222;Bodenlos&#8220;, das nicht nur mit dem Verlust der Bodenhaftung kokettierte, sondern auch unz\u00e4hlige Bretter (von den K\u00f6pfen der Menschen) in ein schwarzen Loch aufsog. Immer wieder ein Thema: die Medien, wie bei Joep van Liefland oder Renata Kaminska (siehe Serie), die mit ihrer Videoinstallation &#8222;Asphalt Cowboy&#8220; zwei R\u00fccken an R\u00fccken stehende Monitore mit zerst\u00f6rten, pixeligen Fernsehbildern zeigte. Eben den neuesten Schrei aus der Clip-Szene. Ebenfalls herausragend Tatjana Dolls &#8222;Sternengucker&#8220;, das Gem\u00e4lde eines etwa drei Meter hohen Gebotsschilds mit einem Trinker. Einen der pointiertesten Kommentare liefert in diesen Tagen aber Gregor Hildebrandt bei Jan Wentrup: Liebe zum Hedonismus, Geschichtsbewusstsein, das Recht auf Rausch, politische wie gesellschaftliche Perspektiven auf das Leben&#8230;<br>\n (&#8230;)<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p>p&gt;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.4. &#8211; 3.5. 2009 Dirk Bell, Michael Beutler, Agnieszka Brzezanska, Tatjana Doll, Markus Draper, Eberhard Havekost, Andreas Hofer, Renata Kaminska, Robert Kusmirowski, Joep van Liefland, Alexej Meschtschanow, Frank Nitsche, Daniel Pflumm, J\u00f3zef Robakowski, David Shrigley, Suse Weber Dirk Bell, , J\u00f3zef Robakowski Alexej Meschtschanow, Daniel Pflumm Agnieszka Brzezanska, Alexej Meschtschanow Alexej Meschtschanow, Tatjana Doll Eberhard [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":12,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-80","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/80","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/80\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1030,"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/80\/revisions\/1030"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/12"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bel-etage-projects.com\/wp_be\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}